Was ist Focusing?

Focusing ist eine Selbsthilfemethode, die sich mit Achtsamkeit und Wertschätzung dem eigenen körperlich gefühlten Erleben zuwendet und dessen Bedeutungsreichtum öffnet. In jeder Situation, bei jeder Fragestellung verfügt unser Körper über ein individuelles Wissen, das Antworten gibt. Mittels Dialog mit dem Körper wird diese wichtige Ressource zugänglich gemacht.

Aktuell
6.8. – 10.8.2016
Focusing Wochen Achberg
Der alljährliche Treffpunkt für Focusing interessierte Menschen

Im Focusingprozess wird durch sorgfältiges und wertfreies Betrachten dieses körperlich Gefühlte, das im Alltag oft als komisch, vages Bauchgefühl bezeichnet wird, sprachlich greifbar gemacht und bekommt als Symbol – als Bild, Bewegung, Wort und anderes mehr – eine Form. Was zu Beginn noch diffus, unklar ist, bekommt Klarheit und Blockiertes, Festgefahrenes verändert sich. Der Körper entspannt sich und oftmals entstehen während dem Prozess neue Einsichten und Bedeutungen.

Entwickelt wurde Focusing in den 1960er Jahren von Eugene T. Gendlin, Philosophie- und Psychologieprofessor und Mitarbeiter von Carl R. Rogers, dem Begründer der Klientenzentrierten Psychotherapie, an der Universität von Chicago.

Bei seinen Untersuchungen von Gesprächstherapien entdeckte Professor Gendlin, dass diejenigen Klienten, welche die Gespräche in einer Art Rückkopplung mit ihrem Körper führten, erfolgreicher mit Veränderungen waren als andere. Durch diese Hinwendung zu ihrem eigenen körperlichen Empfinden, vergewisserten sich diese Menschen immer wieder mit sich selbst und bekamen so eine innere Klarheit. Dank diesen Beobachtungen entwickelte Gendlin die Methode Focusing, die in vielen verschiedenen Bereichen wie in der Psychologie, Körpertherapie, Beratung, Supervison, Pädagogik sowie in kreativen Prozessen angewandt werden kann.

Gemäss Gendlin haben wir alle das Wissen und die Kompetenz zur Lösung von persönlichen Problemen in uns.